Was können wir von Älteren lernen?

Indianer

Was können wir von Älteren lernen? Warum sollten wir unbedingt von Älteren lernen?

Wo ist sie hin unsere Weisheit?
Als Jugendlicher lautete die Antwort: Lernen – Gar nichts oder höchstens wie man es nicht macht. Diese Ansicht relativiert sich mit dem Alter. Ich stelle fest, dass mein Leben, mit kleinen Abweichungen geschmückt, doch sehr nahe am Lebensmodel meiner Eltern und Grosseltern verläuft.

Warum ist das so?

Wenn wir mal ausschliessen wollen, dass die Realität nicht Gottes Strafe für ungebührliches Verhalten im Jugendalter ist, so fallen mir viele Gründe ein. Lebenserfahrung ist einer. Als Menschen sind wir Teil der Natur und folgen den Entwicklungen der Natur. Natürlich würden wir so einen Rückschluss rundweg ablehnen, da wir Menschen ja die Krönung der Schöpfung sind und die Natur im Griff haben – es scheint jedenfalls so und wir bilden uns viel darauf ein. Das erinnert mich an eine funktionierende Ehe, in der der Mann auch das Gefühl hat, er habe alles im Griff. In Wirklichkeit hat er dieses Gefühl, weil seine Frau es schafft, alles im Griff zu haben und ihm sein Ueberlegenheitsgefuehl bewusst zu lassen.

Weisheit

Die Lebenserfahrung älterer Mitbürger und ihre Weisheit wurde in früheren Zeiten intensiv genutzt. Sei es im alten Rom oder bei den Indianern, der Rat der Alten und Weisen wurde respektiert und befolgt. Unsere Technikgläubigkeit macht uns vor, dass wir alles messen und beurteilen können und daher auf Erfahrung und Weisheit gut verzichten können. Die Ergebnisse dieser Annahme, die wir an der Entwicklung in Wirtschaft und Politik ablesen können, zeichnen ein katastrophales Bild.

Neben meiner Meinung, dass wir wieder stärker mit der Natur in Einklang kommen müssen, bin ich überzeugt, dass wir viel mehr ältere Menschen in Beruf, Politik, Gesellschaft, Vereinen usw. eingliedern müssen. Statt auf die Initiative der Älteren zu warten müssen wir sie aktiv einladen. Manche können sich nicht mehr per Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. Was hindert uns, sie für Veranstaltungen abzuholen und wieder heimzubringen? Manche können nicht mehr schreiben oder mit dem Computer umgehen. Was hindert uns, Ihnen junge Menschen auf ehrenamtlicher Basis zur Seite zu stellen, und ihre Worte und Erfahrung aufschreiben zu lassen?

Alte und Greise

Ich habe in einem Gästebuch über alte oder greise Indianer einige Fragen gefunden.
Ob sie gut behandelt wurden?
Ob sie die Weisen waren?
Wie sie gelebt haben? …

Ja, zum Thema gibt es so gut wie garnichts in Büchern wie im Internet. Ich habe lange recherchiert, aber keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Auf Alte oder Greise ist man kaum eingegangen. Deshalb versuche ich hier diese Lücke zu schließen.
In unserer Gesellschaft sind Alte ein Klotz am Bein, so zumindest würde ich es empfinden. Krankenkassen wollen möglichst keine Ausgaben mehr haben.

Die Indianer hingegen verehrten alte Menschen wegen ihrer Lebenserfahrung. Deshalb gab es im Stamm einen sogenannten Ältestenrat. Er setzte sich aus alten und weisen Männern, tapferen Kriegern aber auch angesehenen Frauen zusammen. Dieser Rat bestimmte, wann – so zumindest bei Prärie-Stämmen – die Bisonjagd begann, ob der Stamm den Kriegspfad betreten sollte, wer Häuptling wurde, organisierte die Arbeit aller Familienangehörigen, auch die der Frauen und Kinder, indem sie Felder, Feldfrüchte und jahreszeitliche Aufgaben zugeteilt bekamen. Wichtiger als der Häuptling war dieser Ältestenrat – er hatte das Sagen, der Häuptling gab nur die Anordnungen weiter, die zuvor der Rat getroffen hatte. Kein Indianer hatte absolute Herrschergewalt über seine Stammesgenossen. Der Ältestenrat leitete das Dorf oder das Lager – er traf die Mehrzahl der Entscheidungen.
Die Jüngeren fragten die Älteren auch um Rat. Derartige Gespräche waren fester Bestandteil im Leben der nordamerikanischen Indianer. Meist ging es dabei um das Land, um jahreszeitliche Veränderungen, die Gewohnheiten der Tiere wie auch um Standorte nützlicher Pflanzen. Das Wissen der Älteren war wichtig für die Gemeinschaft – für das Überleben des ganzen Stammes, weshalb Alte ein hohes Ansehen besaßen.
Die Geschichten, die die Älteren erzählten, hatten meist mehrere Funktionen. Die jüngeren Generationen lernten die Techniken des Jagens, des Reisens und des Überlebens und erhielten damit Erfahrungen der Vergangenheit für die Zukunft. Auch machten die Großeltern die Enkel mit den Traditionen und der Geschichte des Stammes vertraut – Sagen, Märchen und Schöpfumgsmythen wurden mündlich weitergegeben, aber auch die Gesänge und Tänze des Stammes brachten sie den Jüngeren bei.
Alten und weisen Frauen wurde im gleichen Umfang Achtung – ja sogar Ehrfurcht – zuteil, da sie Kräuter und Heilpflanzen kannten, mit denen Kranke behandelt, geheilt oder Gebrechen zumindest gelindert werden konnten.
Aber auch der Großvater galt viel, die Eltern noch mehr – am meisten jedoch die Mutter. So zumindest war die Rangordnung der Personen in einem Haushalt der Irokesen.
Es schickte sich nicht alte Menschen als Jüngerer zuerst anzusprechen. Dies ist auch eine Verhaltensweise gegenüber älteren Menschen – Greisen Achtung entgegen zu bringen.
Bei den Crao – einem südamerikanischen Stamm – wurde ab einem bestimmten Alter ein Stammesangehöriger in den Rat der Ältesten aufgenommen. Mittelamerikanische wie auch nordamerikanische Stämme waren und sind es heute zum Teil noch in Clans eingeteilt. Der Clanvorsteher und der Ältestenrat regeln die Angelegenheiten der Dorfgemeinschaft.
Das ganze Streben der Indianer, der Stämme bestand darin, der Gemeinschaft zu dienen, damit es jedem einzelnen gut ging.
Die Frage wie die Alten gelebt haben, ist einfach zu beantworten. Genauso wie die übrigen Stammesangehörigen. Wenn sie nicht mehr in der Lage waren sich selbst zu versorgen, übernahm dies der Stamm, die Sippe oder die Familie.
Alte gebrechliche Menschen – dies trifft vor allem bei Prärie-Indianern zu – blieben bei Wanderungen allein zurück, um zu sterben. Nicht die Gesellschaft wollte sich ihrer entledigen, sondern die Alten wählten den Zeitpunkt ihres Todes bei klarem Verstand. Entscheidend war für sie ihr geistiger und körperlicher Gesamtzustand. Angehörige von Naturvölkern wußten, wann der Zeitpunkt gekommen war, in die ewigen Jagdgründe – bei indianischen Völkern – zu gehen.

Über admin

Ich heiße Mandy Paas. Meine Berufung sind der Sport, der Wellness Bereich und der Ayurveda. Seit Januar 2010 betreibe ich zudem pagra natur, einen Onlineshop für Wellness und Gesundheit. Mit dem Senioren-Blog möchte ich zusammen mit wunderbaren Menschen / Autoren unserer Generation 60+ Informationen, tolle Erfahrungen und Neuigkeiten mit auf den Weg geben.
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