Seniorentheater

Theaterspielen für Senioren

Es müssen nicht unbedingt gleich Senioren-Theatergruppen sein. In nahezu jeder Theatergruppe sind ältere Menschen willkommen, denn: auch die „Oma“ will besetzt werden, oder aber als fleißige Hilfe im Hintergrund.

Viele Theaterbegeisterte wissen es längst – Theaterspielen hält gesund, bringt Freude und steigert die Lebensqualität. Herbert (78) und Heike (74) können das bestätigen. Sie haben sich in einem Theaterverein kennen – und nachdem ihre Ehepartner verstarben – nun auch lieben gelernt. Während Herbert ein begeisterter Theaterschauspieler ist, hat es Heike nie auf die Bühne gedrängt. Dennoch ist sie in der gemeinsamen Theatergruppe ein wichtiges Mitglied: Sie organisiert den Kartenverkauf, kümmert sich darum, dass Karten abgerissen und Garderobe aufgehängt wird. „Das ist toll, da spürt man, dass man noch gebraucht wird“, strahlt sie. Und Herbert fügt hinzu: „Außerdem hat man da auch mit jungen Leuten zu tun. Das ist wichtig. So redet man nicht nur von seinen Altersgebrechen. Man lernt hier und kann Wissen weitergeben“, seine Augen leuchten, wenn er das so erzählt.

Und wie sehen es die jungen Menschen der Theatergruppe? „Oft sind unsere sogenannten Alten fitter als die Jungen“, lautet die nahezu einhellige Meinung. Tatsächlich tun sich hier Alt und Jung gut. Dass das Theaterspielen aber gerade für Senioren wichtig ist, sieht man anhand einiger Thesen.

Warum Theaterspielen für Senioren eine wichtige Rolle spielt.
Hierbei seien als Beispiele einige Thesen der Aktivitätstheorie erwähnt:

  • Der alternde Mensch will sozial aktiv sein und strebt soziale Teilhabe an.

  • Wer aktiv ist, ist zufrieden.

  • Der Mensch ist nur glücklich und zufrieden, wenn er aktiv ist, etwas leisten kann, Aufgaben hat und gebraucht wird.

In vielen Großstädten gibt es Seniorentheatergruppen. Sie spielen aus Spaß an der Freude oder arbeiten themenorientiert (beispielsweise um Erlebnisse zu verarbeiten wie etwa Kriegs- und Fluchterfahrungen). Manche schreiben sogar selbst ein Stück und gehen damit an Schulen, um den Schülern Geschichte lebhafter zu vermitteln beziehungsweise um das Eis zwischen Generationen zu brechen.

Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und der Aufführung als Ziel und Wirksamkeitserlebnis werden Selbstsicherheit und Selbstwirksamkeit gebildet, welche als generalisierte Widerstandsressourcen bezeichnet werden. Je stärker diese Faktoren ausgeprägt sind, desto gesünder ist der Mensch, was sich in der Lebensqualität widerspiegelt.

Mit dem Theater dem Leben einen Sinn geben.

Wer aktiv alt werden will, muss seinem Leben immer weiter einen Sinn geben. Eine Theatergruppe kann dazu enorm beitragen. Das Theaterspiel zeigt mit der Energie der Alten das Lebensgefühl älterer Menschen. Die künstlerische Tätigkeit fördert die innerliche Beweglichkeit und kann zu einer versöhnlichen Lebensbilanz beitragen.

Hier kann man seinem Erfahrungsschatz Formen geben und sie verwandeln, statt innerlich zu erstarren. Außerdem verhindert eine Theatergruppe die Einsamkeit. Denn durch die Arbeit im Ensemble, den Kontakt mit dem Publikum entstehen immer wieder neue Kontakte, Solidarität wird gefördert und ein gemeinsames Vergnügen erlebt. Die sozialen Kontakt die dabei gepflegt werden spielen eine außerordentlich wichtige Rolle.

Europäisches Seniorentheater-Forum 

Jedes Jahr bietet der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitskreis (BAK) Seniorentheater im Rahmen des europäischen Seniorentheater-Forums in Scheinfeld (Bayern) verschiedene Veranstaltungen. Im wesentlichen werden die Spielerinnen und Spieler auf drei Kurse verteilt:

  1. Kabarett: Teilnehmer machen ihrem Ärger über die Unzulänglichkeiten im Alltag und in der Politik produktiv. Zunächst, indem sie szenische Einfälle zu Papier bringen und dann in der szenischen Arbeit am Aufbau eines kabarettistischen Abendprogramms.

  2. Improvisationstheater: Hierbei werden verschiedene Ansätze dieser Theaterform gelehrt. Vermittelt werden beispielsweise wie Improvisationen als Grundlage für die Inszenierung verwendet werden können und wie Improvisationsspiele in der theatralischen Probenarbeit einsetzbar sind.

  3. Rollenfindung/-entwicklung: Der Schauspieler soll sich nicht (nur) als „Material“ in den Händen des Spielleiters begreifen, sondern Schlüssel an die Hand bekommen, die ihm helfen, sich einer Rolle zu eröffnen und diese aktiv zu gestalten. Durch eine Verquickung von Theorie und praktischen Übungen werden Gestaltungsmöglichkeiten an die Hand gegeben und im zweiten Teil des Workshops anhand eines Stücktextes versucht, umzusetzen.

 Quelle: BDAT

Über admin

Ich heiße Mandy Paas.
Meine Berufung sind der Sport, der Wellness Bereich und der Ayurveda.
Seit Januar 2010 betreibe ich zudem pagra natur, einen Onlineshop für Wellness und Gesundheit.
Mit dem Senioren-Blog möchte ich zusammen mit wunderbaren Menschen / Autoren unserer Generation 60+ Informationen, tolle Erfahrungen und Neuigkeiten mit auf den Weg geben.

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